Menstruiert der (Oster-)Hase eigentlich auch?

Jedes Jahr aufs Neue ist er zu Ostern der allerorts gefragte Stargast: der Osterhase. Aber wie sieht es mit der Erdbeerwoche des Osterhasen (oder besser: der Osterhäsin!) aus?  Surft auch sie mit ihren Löffeln auf der roten Welle? Trinkt sie dann, gut versteckt unter Büschen und Ästen, am liebsten einen Bloody Mary bevor sie wie ein roter Ferrari davon flitzt? Wir gehen der Sache auf den Grund!

erdbeerwoche_osterhase

Der Osterhase und seine Erdbeerwoche:

Der Hase gilt als das Sinnbild der Fruchtbarkeit (bis zu 20 Junge im Jahr!) und wurde schon vor langer Zeit neben einem Ei abgebildet, weil auch dieses ein Zeichen der Fruchtbarkeit und Lebensfülle war. Grundsätzlich sind Hasen und Kaninchen also ausgesprochen fruchtbar. Eine Häsin wird je nach Größe (Rasse) ab der 12. Woche unter Umständen geschlechtsreif. Die Häsin ist in etwa 4 bis 14 Tage empfängnisbereit und danach 1 bis 4 Tage unfruchtbar.

What hasens…ähm…happens exactly?

Schauen wir uns den Mechanismus des weiblichen Hasen-Zyklus genauer an: Durch das follikelstimulierende Hormon (FSH) aus der Hypophyse wird das Ovar zur Eizellen-Produktion stimuliert. Wenn die Follikel reif genug sind produzieren sie für ca. 2 Wochen Östrogen. Kommt es in dieser Zeit zu keinem Deckakt und dem danach folgenden Eisprung und der Befruchtung der Eizellen, degenerieren sie wieder und der Östrogenspiegel sinkt. Nach ca. 4 Tagen widerholt sich der Prozess und die Häsin wird wieder aufnahmefähig.

Gut genug, Madame Hase?

„Schätzchen, mir ist etwas kühl. Bitte leg doch deinen Löffel um meinen Schwanzwirbel?“: so in etwa könnte es auf hasisch klingen wenn Madame Hase sich in Stimmung bringen möchte, denn auch ihr Zyklus und ihre Empfangsbereitschaft wird von vielen Faktoren beeinflusst: Wohlbefinden, Licht, Jahreszeit, Temperatur, sexuelle Stimulation etc. Laut Züchtern kann der Zyklus allerdings auch provoziert werden, indem man der Häsin etwas Mist eines Rammlers (männlicher Hase!) gibt. Meist wird sie durch den Geruch innerhalb von 2-3 Tagen „bockig“, also fruchtbar. (Achtung an alle Männer: bitte nicht nachahmen! Gegenteilige Wirkung der Fall!)

Time to rammel!

Das Reiben des Kinns an Gegenständen, eine leicht aggressive Ruhelosigkeit und eine blaurot bis pinkfarbene Vulva sind dabei keine eitlen VIP-Macken sondern eine klare Message an den Hasen: Time to rammel! Apropos: Durch die Aufregung beim Aufreiten durch den Bock (möglicherweise auch durch dessen Biss ins Genick – aua, du Grobian!) oder auch nur durch Streicheln über den Rücken wird das Hypothalamus-Hypophysensystem aktiviert und der Eisprung erzeugt. Wenn alles weitere klappt, besteht ein Hasenwurf in der Regel aus 4 bis 12 Jungen. Ne ganz schöne Leistung, Madame Hase!

Blutet der Osterhase nun oder nicht?

Und nun zur alles entscheidenden Frage: Menstruieren Häsinnen nun oder nicht? Da Hasen ihren Eisprung erst nach der Paarung bekommen, haben sie auch keine Menstruation. Also bleibt es Meisterin Lampe auch verwehrt, eine Menstruationskappe auszuprobieren – wie schade für sie!

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Übrigens: Neben uns Menschen bekommen nur 1,5% der Säugetiere regelmäßig eine Menstruation. Die ägyptische Stachelmaus ist hier die Ausnahme von der „Regel“ und blutet ca. 3 Tage im Monat.

In diesem Sinne wünschen wir dir:

Bloody Easter! 🙂